Deepfakes – KI-Bilder, die lügen

Modul: Künstliche Intelligenz – Denken Maschinen wirklich?
Thema: Chancen und Herausforderungen Künstlicher Intelligenz

Ziel der Methode

Bilder und Videos, die wir im Internet finden, können manipuliert sein, besonders wenn Künstliche Intelligenz im Spiel ist. In dieser Einheit begegnen Schülerinnen und Schüler dem Thema »Deepfake« und lernen interaktiv, was dahintersteckt. Sie entwickeln ein grundlegendes Verständnis für KI-generierte Medien und schärfen ihren kritischen Blick auf digitale Inhalte. Die zentrale Botschaft: Nicht alles, was echt wirkt, ist auch echt – aber wer weiß, wie KI funktioniert, lässt sich schwerer täuschen.

Wichtige Begriffe

  • Deepfake – Ein mit KI erzeugtes Bild oder Video eines Menschen, das echt aussieht, aber nicht echt ist. In diesem Video oder Bild, aber sogar auch in Tonaufnahmen, kann man dann zum Beispiel eine Person etwas sagen oder machen lassen, was sie nie gesagt oder getan hat. 
  • Manipulation – Etwas absichtlich so verändern, um jemanden zu täuschen. Zum Beispiel indem man Information weglässt oder einem Foto etwas hinzufüget, das es vorher nicht gab.
  • Muster – Merkmale, die eine KI aus vielen Bildern lernt – z. B. wie Augen aussehen, wie viele Beine ein Hund hat, welche Farbe eine Zitrone hat.
  • Künstliches neuronales Netz – Das »Gehirn« der KI, das Gesichter analysieren und nachbauen kann – ähnlich wie unser Gehirn aus Erfahrungen lernt.

Vorbereitung

  • Ein KI-generiertes Bild einer Person von »This Person Does Not Exist« laden —> Dabei handelt es sich um ein datenschutzkonformes Tool, es werden keine fremde Gesichter hochgeladen (Jeder neue Aufruf der Website ruft ein neues generiertes Gesicht ab)
  • Websites whichfaceisreal.com und deepfake.civai.org ggf. im Browser testen und vorladen, dass sie während der Durchführung einsatzbereit sind

Materialien

Durchführung

Ein Bild, das lügt

Rufe die Webseite thispersondoesnotexist.com auf und beantworte folgende Fragen:

  • Was siehst du?
  • Wirkt das Bild echt?
  • Fällt dir irgendetwas Merkwürdiges auf?

Hinweis für Lehrkräfte: Ein KI-generiertes Gesicht der genannten Website kann auch ohne Ankündigung gezeigt und dann können die Leitfragen ins Plenum gegeben werden.

Nach einer kurzen Diskussion folgt die Auflösung: »Das war kein echtes Foto – diese Person existiert nicht. Das Bild hat eine KI generiert!«

Schau dir nun 4 bis 5 weitere Bilder an – eine Mischung aus echten Fotos und KI-generierten Gesichtern. Notiere deine Entscheidung (echt oder gefälscht) auf einem Zettel. Wie viele hast du richtig erkannt?

Erarbeitung – Was ist ein Deepfake?

Schau dir den Ausschnitt aus dem Video »Deepfakes – so erkennst du sie« von Team Timster  (ab Minute 8:32) an. Darin wird erklärt, was Deepfakes sind:

Das Wort »Deepfake« setzt sich zusammen aus »Deep Learning« – der Technik, mit der eine KI lernt – und »Fake«, dem englischen Wort für Fälschung. Ein Deepfake ist also eine KI-gestützte Fälschung: ein Bild, Video oder eine Tonaufnahme, das so überzeugend wirkt, dass man kaum erkennt, dass es nicht echt ist.

Stell dir vor, ein Computer schaut sich tausende Bilder von einem Gesicht an. Er lernt: So sehen Augen aus, so bewegt sich ein Mund. Dann kann er ein neues Gesicht bauen – oder ein echtes Gesicht in ein anderes Video einsetzen.

Viele Bilder → Der Computer lernt Muster → Ein neues Bild oder Video entsteht

Hinweis für Lehrkräfte: Das Video kann auch als Einstieg genutzt werden, um sich Schritt für Schritt der Definition von Deep Fakes und deren Entstehung zu nähern.

Geben Sie den Schülerinnen und Schülern dafür nach der Sichtung einen kurzen Input: »Stellt euch vor, ein Computer schaut sich tausende Bilder von einem Gesicht an. Er lernt: So sehen Augen aus, so bewegt sich ein Mund. Dann kann er ein neues Gesicht bauen – oder ein echtes Gesicht in ein anderes Video einsetzen.«

Bauen Sie dabei das Tafelbild schrittweise auf:

Viele Bilder → Computer lernt Muster → Neues Bild oder Video entsteht

Welches Gesicht ist echt? 

Öffne auf einem Tablet oder Smartphone die Website whichfaceisreal.com.

Bearbeite allein oder mit einer Partnerin/einem Partner etwa 10 Bildpaare: Klicke jeweils auf das Bild, das du für echt hältst.

Notiere auf einem Zettel, ob du richtig lagst. Was war auffällig oder hat dich irritiert?

Hinweis für Lehrkräfte: Am Ende folgt eine gemeinsame Auswertung als kleiner Wettbewerb, die auch gleich für eine kurze Reflexion genutzt werden kann:

  • »Woran habt ihr eure Entscheidung festgemacht?«
  • »Was war auffällig oder hat euch irritiert?«
  •  

Die Beobachtungen können dabei gemeinsam an der Tafel gesammelt werden: z. B. Licht, Augen, Hintergrund, unscharfe Details, Haare.

Erstelle mit deepfake.civai.org ein harmloses Deepfake-Bild von dir selbst – datenschutzkonform und ohne Speicherung fremder Daten.

Wie fühlt es sich an, dich selbst als Deepfake zu sehen?

Abschluss

Überlege: Was hast du jetzt anders im Blick als vorher?

Du kannst dir merken: KI kann täuschen – aber wer weiß, wie sie funktioniert, lässt sich schwerer täuschen.

Zum Abschluss kannst du dir noch das das Video vom BR anschauen, in dem ein Journalist einen Deepfake-Selbstversuch unternimmt – es zeigt, wie Deepfakes im echten Leben eingesetzt werden können.

Quellen-Check

Nicht alles im Internet ist wahr. Auch wenn ein Bild oder Video täuschend echt aussieht. Deshalb gilt: Prüfe deine Quellen, bevor du etwas glaubst oder weitererzählst. Frage dich, wer den Inhalt erstellt hat und ob auch andere, vertrauenswürdige Stellen das Gleiche berichten. So lässt du dich nicht so leicht hinters Licht führen. Hier findest du die wichtigsten Fragen, die du dir beim Quellen-Check stellen solltest, auf einen Blick:

Weißt du, wer das Bild, das Video oder den Text veröffentlicht hat?

Kennst du die Website oder die Person?

Gibt es ein Impressum? Wenn nicht – Vorsicht!

Ist das Bild, das Video oder der Text aktuell oder schon sehr alt?

Manchmal stimmt etwas zwar, hat sich aber seit der Veröffentlichung geändert.

Berichten andere bekannte und vertrauenswürdige Webseiten oder Zeitungen dasselbe?

Wenn nur eine einzige Seite etwas behauptet, schau lieber nochmal woanders nach!

Wirkt das Bild oder Video irgendwie komisch?

Achte auf verschwommene Stellen, merkwürdige Hintergründe, seltsame Hände oder Haare – das sind oft Hinweise auf ein Deepfake oder einen manipulierten Inhalt.

Wenn etwas geglaubt, gekauft oder weitergeschickt werden soll – Vorsicht!

Werde ich dabei ängstlich oder wütend gemacht?

Bist du dir unsicher? Dann bitte einen Erwachsenen um Hilfe.

Eine kompakte Übersicht zur Frage „Wie erkenne ich Fake News?“ gibt es bei Handysektor.