Ziel der Methode
Chatbots begegnen uns fast überall – als Sprachassistenten, in Apps oder auf Websites. Aber wie funktionieren sie eigentlich? In dieser Einheit bauen die Schülerinnen und Schüler einen einfachen Chatbot selbst – und verstehen dabei, dass dieser nicht »denkt«, sondern nur auf vorher festgelegte Regeln reagiert. Das Programmieren macht das Prinzip greifbar und schärft gleichzeitig den kritischen Blick: Was kann ein Chatbot und was nicht?
Wichtige Begriffe
- Chatbot – Ein Programm, das nach festgelegten Regeln wie ein echter Mensch auf Nachrichten antwortet..
- KI-Chatbot – Ein Chatbot, der nicht nur auf feste Regeln reagiert, sondern mit sehr vielen Texten trainiert wurde, daraus gelernt hat und flexibel antworten kann (z. B. ChatGPT).
- Wenn-dann-Regel – Die Grundlage einfacher Chatbots. Zum Beispiel »Wenn jemand X schreibt, antworte mit Y.«
Materialien
- Laptops oder Tablets mit Internetzugang (Ein Gerät pro Kind oder Kleingruppe)
- Zugang zu scratch.mit.edu – Darauf achten, dass die Sprache auf Deutsch eingestellt ist (unter »Settings«).
- Arbeitsblatt »Mein Chatbot-Plan«
Vorbereitung
- Sie können entweder in einfaches Beispiel-Chatbot-Projekt in Scratch vorbereiten oder ein bereits vorhandenes öffnen und auf dem Beamer bzw. Smartboard bereithalten.
- Nutzen Sie zur Vorbereitung der Lerneinheit diese Anleitung. Schritt für Schritt wird erläutert, wie mit Hilfe von Scratch ein Chatbot programmiert wird.
- Drucken Sie das Arbeitsblatt »Mein Chatbot-Plan« für die Schülerinnen und Schüler in ausreichender Anzahl aus.
Einen KI-Chatbot programmieren
Hinweis für Lehrkräfte: Zeigen Sie den Schülerinnen und Schülern den vorbereiteten Beispiel-Chatbot auf dem Smartboard und lassen Sie einzelne Kinder ihn ausprobieren. Stellen Sie dann die Leitfrage: »Steckt da ein Mensch dahinter – oder eine Maschine? Und wie merkt man das?«
Wie funktioniert ein Chatbot?
Schauen wir uns eine der Grundfunktionen bei der Programmierung von Chatbots an einem einfachen Beispiel an. So funktioniert das Wenn-dann-Prinzip:
- »Wenn jemand schreibt: ›Hallo‹ → antworte: ›Hi! Wie kann ich helfen?‹«
- »Wenn jemand schreibt: ›Tschüss‹ → antworte: ›Auf Wiedersehen!‹«
Das kannst du dir merken: Ein einfacher Chatbot denkt nicht – er schaut nur nach, was er antworten soll. Erst KI-Chatbots wie ChatGPT können flexibel auf fast alles antworten, weil sie aus riesigen Textmengen gelernt haben.
Einen eigenen Chatbot bauen:
Plane zunächst auf dem Arbeitsblatt »Mein Chatbot-Plan«, das du oben herunterladen kannst, deinen eigenen kleinen Chatbot: Wofür soll er da sein? Welche Fragen soll er beantworten können? Skizziere 2–3 Wenn-dann-Verzweigungen.
Anschließend setzt du deinen Plan in Scratch um.
Die folgende Anleitung hilft dir dabei, deinen Chatbot in Scratch zu programmieren:
Kapitel 1: Einfaches programmieren
- Klicke zuerst oben links auf »Einstellungen/Settings«
- Wähle die Sprache aus, mit der du dich am sichersten fühlst.
- Wähle eine Figur für deinen Chatbot aus (auf der rechten Seite) und achte darauf, dass diese im Bild zu sehen ist. Du kannst Figuren ein- und ausblenden (unter »Sichtbarkeit)«
- Schau dir die Skripte links an: Der Bereich enthält alle farblichen Bausteine, um den Chatbot sprechen zu lassen.
- Suche den Baustein [Wenn diese Figur angeklickt wird] in der Kategorie »Ereignisse«
- Suche den Baustein [frage (Wie heißt du?) und warte] in der Kategorie »Fühlen«
- Suche den Baustein [sage (Hallo!) für 2 Sekunden] in der Kategorie »Aussehen«
- Stecke alle Bausteine in der beschriebenen Reihenfolge aufeinander.
- Tippe in den Baustein [sage (Hallo!) für 2 Sekunden] Text ein an der Stelle, wo »Hallo!« steht. Zum Beispiel: »Was für ein schöner Name!«.
- Teste den Chatbot. Klicke dafür die Figur an und gib einen Namen ein.
Kapitel 2: Der Chatbot kennt und merkt sich deinen Namen
- Füge beim Textfeld »Was für ein schöner Name!« den Baustein [verbinde (Apfel) und (Banane)] Den Baustein findest du in der Kategorie »Operatoren«.
- Suche den Baustein [Antwort] in der Kategorie »Fühlen«
- Trage »Hallo« in das erste leere Feld ein (statt »Apfel«) und [Antwort] bei Banane.
- Erstelle eine »Neue Variable« in der Kategorie »Variablen«.
- Nenne die [Variable] »Name« und klicke OK.
- Setze den Block [Setze (Name) auf (0)] unter [frage___und warte].
- Füge den Block »Antwort« da ein, wo die »0« steht.
- Teste deinen Chatbot, indem du ihn anklickst und ihm antwortest.
Kapitel 3: Mehr Fragen und Antworten
- Füge den Block [frage (Wie heißt du?) und warte] unten an deinen Code an.
- Ergänze den Baustein [verbinde (Apfel) und (Banane)] im Feld hinter [frage], in dem noch »Wie heißt du?« steht.
- Überlege dir eine Frage und tippe sie im Feld, in dem noch »Apfel« steht, ein (zum Beispiel »Geht es dir gut?«).
- Füge die Variable [name] in dem Feld ein, in dem noch »Banane« steht.
- Füge den Block [falls___, dann] unten an.
- In der Kategorie »Operatoren« findest du den Block [(__)= 50_], füge ihn hinter [falls] ein.
- Füge vorn den Block [Antwort] ein.
- Füge hinter dem „=“ die Antwort ein, auf die der Bot reagieren soll (z.B. »Ja«)
- Bestimme die Reaktion des Chatbots, indem du den Block [sage (Hallo) für 2 Sekunden] in den Block [falls___, dann] einfügst.
- Tippe zum Beispiel »Das freut mich zu hören!« in dem Feld ein, in dem noch »Hallo« steht.
- Teste deinen Roboter – was passiert, wenn du nicht »Ja« sagst?
- Ersetze den Baustein [falls___, dann] mit dem Baustein [falls___, dann, sonst]
- Wiederhole die Schritte von eben, aber ergänze beim »Sonst«-Feld einen zweiten [sage_____für 2 Sekunden]-Block, der eine andere Antwort hat – zum Beispiel: Oh nein!
- Noch ein Hinweis: Du kannst das Programm auch stoppen, indem du nochmal auf die Figur oder oben auf das Stoppschild klickst.
- So sollte dein Programm am Ende aussehen, wenn du die Anleitung befolgt hast. Nur mit den von dir eingegebenen Begriffen, statt der Standard-Werte:
Wenn dein Chatbot fertig ist, kannst du die Fragen und Antworten anpassen oder ergänzen – ganz nach dem Thema, das dich interessiert.
Hinweis für Lehrkräfte: Zwei bis drei Schülerinnen oder Schüler stellen ihren Chatbot anschließend kurz vor. Die Klasse testet ihn mit unerwarteten Eingaben: »Was passiert, wenn ihr etwas schreibt, das der Chatbot nicht kennt?« – Die Grenzen des regelbasierten Systems werden so direkt sichtbar.
Abschluss
Überlege: Was kann dein Chatbot – und was nicht?
Das kannst du dir merken: Ein selbst gebauter Chatbot funktioniert nur mit Regeln, die wir ihm gegeben haben. KI-Chatbots können wesentlich mehr – aber auch sie machen Fehler, erfinden Dinge und haben Grenzen. Und um Fehler zu erkennen bzw. zu wissen, wofür sie gut sind und wofür nicht, ist es wichtig zu wissen, wie sie funktionieren.«
Schon gewusst?
Das Bundesland Sachsen will KI fördern und setzt sie in ganz verschiedenen Bereichen ein.
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