Wie schreibt eine Künstliche Intelligenz Texte?

Modul: Künstliche Intelligenz – Denken Maschinen wirklich?
Thema: Funktionsweise von KI
Kann ein Computer wirklich eigene Texte schreiben? Du erfährst, wie eine Künstliche Intelligenz aus vielen Wörtern und Mustern lernt, um am Ende ganze Sätze zu bilden. Dabei entdeckst du auch, wie ähnlich oder unähnlich das dem menschlichen Schreiben ist.

Ziel der Methode

Wie schreibt eine KI eigentlich einen Text? In dieser analogen Methode erleben Kinder, wie eine generative KI, speziell ein Large Language Model (kurz LLM) – wie zum Beispiel ChatGPT – funktioniert: Wort für Wort, immer nur mit einem begrenzten Blick auf das, was bereits geschrieben wurde. Die dabei entstehende Geschichte ist oft überraschend – und genau das ist der Lerneffekt. Kinder verstehen: Eine KI denkt nicht, sie wählt immer das wahrscheinlichste nächste Wort.

Wichtige Begriffe

  • Large Language Model (kurz LLM) – Ein spezielles KI-Programm, das mit sehr vielen Texten trainiert wurde und daraus gelernt hat, wie Texte aufgebaut sind. Daraus kann es selbst Texte generieren – z. B. ChatGPT (OpenAI) oder Claude (Antrophic)
  • Token – Die kleinste Einheit, mit der ein LLM arbeitet – oft eine Silbe, ein Wortteil oder ein kurzes Wort.
  • Wahrscheinlichkeit Wahrscheinlichkeit beschreibt, wie sehr man damit rechnen kann, dass etwas passiert. Etwas, das fast immer vorkommt, ist sehr wahrscheinlich – etwas, das kaum vorkommt, ist sehr unwahrscheinlich. Bei einer KI bedeutet das: Sie wählt immer das Wort, das nach dem bisherigen Text am wahrscheinlichsten passt. Nach dem Satz »Auf einem Baum sitzt eine…« ist KATZE viel wahrscheinlicher als SPÜLMASCHINE – weil die KI aus vielen Texten gelernt hat, was zusammengehört und was nicht.
  • Generative KI: Eine Art Künstlicher Intelligenz, die selbst neue Inhalte wie zum Beispiel Texte, Bilder und/oder Videos erstellen kann.

Materialien

  • Arbeitsblatt »Wort für Wort«
  • Stifte

Spiel spielen

Zu Beginn ein Hinweis: Am besten spielt du das Spiel mit mehreren Personen – schnapp dir zum Beispiel Mitschülerinnen und Mitschüler oder Geschwister, Freunde oder die Familie!

Erst schauen wir uns an, wie das Ganze funktioniert: Eine KI vervollständigt Sätze immer mit dem Wort, das am wahrscheinlichsten als Nächstes passt – ähnlich wie du es selbst tust, wenn du einen Satzanfang hörst.

Einstieg – Das wahrscheinlichste Wort

Lest euch die folgenden Satzanfänge durch. Welches Wort passt eurer Meinung nach am besten als Satzende?

  • »Die Katze sitzt auf dem …«
  • »Es war einmal ein kleiner …«
  • »Am Morgen aß das Kind …«
  • »An einem Sommertag fahre ich gerne an den…«
  • »Meine Lieblingseissorte ist…«

Warum haben einige von euch dasselbe Wort als Satzende gesagt? Weil es am wahrscheinlichsten passt – genau das macht eine KI auch! Und ihr schaut euch nun zusammen an, wie eine KI Texte erstellen kann.

Die Spielregeln

Ihr schreibt gemeinsam eine Geschichte – aber jede Person schreibt nur ein einziges Wort.

Dafür nutzt ihr je Spieldurchgang ein Arbeitsblatt, das oben heruntergeladen werden kann.

So wir gefaltet: Nach jeder Zeile bzw. jedem Wort wird das Blatt so gefaltet, dass die vorletzte Zeile und alles davor nicht mehr zu sehen ist. Ihr seht also immer nur das letzte Wort der Geschichte.

Die Geschichte beginnt zum Beispiel mit: »Es war einmal …« – die erste Person schreibt das nächste Wort.

Spiel spielen: Wort für Wort
  1. Die erste Person liest den Satzanfang »Es war einmal…«, schreibt das nächste Wort unter den Satzanfang,, faltet die erste Zeile des Arbeitsblatts um und gibt das Blatt weiter.
  2. Jede weitere Person liest die sichtbaren Wörter, ergänzt das nächste Wort – und klappt dann die oberste Zeile weg, bevor sie das Blatt weitergibt. (Wichtig: Jede Person liest wirklich nur die sichtbaren Wörter und nicht die Wörter, die durch das vorige Falten nicht mehr sichtbar sind)
  3. So geht es reihum, bis jede Person einmal dran war oder das Blatt voll ist.
  4. Zum Schluss wird das Blatt aufgefaltet und die entstandene Geschichte von einer Person laut vorgelesen.

Empfehlung für Lehrkräfte: Begleiten Sie das Spiel still und greifen Sie nicht in den Inhalt ein. Besonders zu Beginn kann eine kurze Erklärung der Faltregel hilfreich sein. Lachen, Staunen und Verwirrung beim Vorlesen sind ausdrücklich gewollt – genau das ist der Lerneffekt!

Abschluss

Nach dem Spiel kannst du dir zusammen mit den anderen Gedanken zu den folgenden Fragen machen:

  • Warum klingt die Geschichte so komisch?
  • Was hätte geholfen, damit sie besser zusammenpasst?
  • Was hat das mit Künstlicher Intelligenz zu tun?
  • Was passiert, wenn eine KI nur wenig vom bisherigen Text sieht?

Das könnt ihr euch merken: Eine KI schreibt immer Wort für Wort. Sie schaut, was bisher dasteht, und wählt das Wort, das am wahrscheinlichsten als nächstes passt. Je mehr sie vom bisherigen Text sieht, desto besser passt der Text zusammen. Aber denken – wie wir Menschen – kann sie dabei nicht.

Schaut euch zum Abschluss das folgende Video von »Die Maus« zusammen an: »Wie schreibt eine KI Texte?«

Empfehlung für Lehrkräfte: Für eine analoge Vertiefung zum Thema »Wie schreibt eine KI Texte?« empfiehlt sich folgende Methode: AI Unplugged.