Darf KI das?

Modul: Künstliche Intelligenz – Denken Maschinen wirklich?
Thema: Künstliche Intelligenz im Alltag
Künstliche Intelligenz kann heute schon vieles – aber darf sie auch alles? Du überlegst an welchen Stellen KI hilfreich sein kann und an welchen nicht.

Ziel der Methode

Heute trifft Künstliche Intelligenz, kurz KI, nahezu täglich Entscheidungen für uns – aber ist das immer fair? Und wer ist eigentlich verantwortlich, wenn etwas schief läuft? In dieser Lerneinheit setzen sich Kinder spielerisch mit ethischen Fragen rund um KI auseinander. Sie lernen, eigene Meinungen zu begründen, verschiedene Perspektiven einzunehmen und zu verstehen, dass Technologie immer von Menschen gestaltet wird – und damit auch von Menschen hinterfragt werden darf.

Wichtige Begriffe

  • Ethik – bedeutet, sich mit der Frage zu beschäftigen, was im Miteinander von Menschen richtig und falsch ist. Zum Beispiel: Du findest auf einem Spielplatz ein Handy. Suchst Du den Besitzer oder behältst Du es für Dich? Auch im Umgang mit Maschinen können ethische Fragen eine Rolle spielen. Zum Beispiel: Wer ist Schuld, wenn ein Roboter etwas falsch macht?
  • Fairness – kennt man von Spielen: Werden alle Menschen gleich behandelt? Hat jeder die gleiche Chance? Was machet man, wenn etwas unfair ist?
  • Haftung – heißt, die Verantwortung zu übernehmen, wenn etwas schief geht. Bei KI gibt es diese Frage auch, denn wer haftet, wenn eine KI einen Fehler macht?
  • Datenschutz – Persönliche Informationen von Menschen, zum Beispiel Namen, Alter oder Wohnort, sind Daten. Aber wer darf das eigentlich wissen? Und was passiert mit diesen Informationen? Datenschutz bedeutet: Persönliche Daten gehören den Menschen selbst – und nicht einfach allen – auch nicht Robotern und KI.
  • Vorurteil – Meinungen über Menschen oder Dinge, bevor man diese wirklich kennt – das nennt man Vorurteil. Ein typisches Beispiel: die Annahme, dass alle Jungen Fußball mögen und alle Mädchen gerne mit Puppen spielen. Auch eine KI kann Vorurteile haben. Das passiert, wenn sie mit Daten trainiert wird, in denen solche unfairen Muster stecken. Dann lernt die KI diese Muster – und wiederholt sie. Das nennt man auch Bias.
  • Transparenz – Wenn etwas transparent ist, ist es durchsichtig. Man kann also sehen, was dahinter steht. Man könnte auch sagen, dass etwas für alle »verständlich« ist. Bei KI ist oft nicht transparent, wieso sie bestimmte Entscheidungen trifft.

Materialien

  • Beamer oder Smartboard
  • Regelkarten für das Mau Mau – Spiel (5 verschiedene, da 5 Gruppen)
  • Fallkarten »Darf KI das?« (je Gruppe 1 Set)
  • Meinungsbarometer (Bodenaufkleber oder Schilder: »Ja!« / »Nein!« / »Kommt drauf an…«)
  • Optional: Abstimmungskarten (grün/rot/gelb) pro Kind
  • Optional: Video zur Robotik in der Abiturprüfung

Vorbereitung

  • 5 Kartensets für Mau-Mau (Skatblatt)
  • 5 Regelzettel herunterladen und ausdrucken
  • Fallkarten ausdrucken und ggf. laminieren
  • Meinungsbarometer im Raum einrichten (Ecken beschriften oder Linie auf dem Boden markieren)

Durchführung

»Mau-Mau« 

Spielen Sie mit den Schülerinnen und Schülern das Einstiegsspiel »Mau-Mau«. Die Besonderheit ist, dass jede Gruppe eine andere Variante der »Mau-Mau«-Regeln bekommt:

Regel-Varianten:

Ihr legt immer eine Karte ab, die zur obersten Karte passt – gleiche Farbe oder gleiche Zahl. Habt ihr keine passende Karte, müsst ihr eine vom Stapel ziehen. Die besonderen Karten:

  • 7 – Die nächste Person muss 2 Karten ziehen.
  • Ass – Die nächste Person muss eine Runde aussetzen.
  • Bube – Ihr dürft euch eine Farbe wünschen.

Wer noch eine Karte hat, ruft »Mau!«. Wer alle Karten los ist, ruft „Mau-Mau!« und gewinnt.

Ihr legt immer eine Karte ab, die zur obersten Karte passt – gleiche Farbe oder gleiche Zahl. Habt ihr keine passende Karte, müsst ihr eine vom Stapel ziehen. Die besonderen Karten:

  • 7 – Ihr dürft 2 statt nur einer Karte ablegen.
  • Ass – Die nächste Person muss eine Runde aussetzen.
  • Bube – Ihr dürft euch eine Farbe wünschen.

Wer noch eine Karte hat, ruft »Mau!«. Wer alle Karten los ist, ruft „Mau-Mau!« und gewinnt.

Ihr legt immer eine Karte ab, die zur obersten Karte passt – gleiche Farbe oder gleiche Zahl. Habt ihr keine passende Karte, müsst ihr eine vom Stapel ziehen. Die besonderen Karten:

  • 7 – Die nächste Person muss 2 Karten ziehen.
  • Ass – Die Spielrichtung ändert sich.
  • Bube – Ihr dürft euch eine Farbe wünschen.

Wer noch eine Karte hat, ruft »Mau!«. Wer alle Karten los ist, ruft „Mau-Mau!« und gewinnt.

Ihr legt immer eine Karte ab, die zur obersten Karte passt – gleiche Farbe oder gleiche Zahl. Habt ihr keine passende Karte, müsst ihr eine vom Stapel ziehen. Die besonderen Karten:

  • 7 – Die nächste Person muss aussetzen.
  • Ass – Die nächste Person muss 2 Karten ziehen.
  • Bube – Ihr dürft euch eine Farbe wünschen.

Wer noch eine Karte hat, ruft »Mau!«. Wer alle Karten los ist, ruft „Mau-Mau!« und gewinnt.

Ihr legt immer eine Karte ab, die zur obersten Karte passt – gleiche Farbe oder gleiche Zahl. Habt ihr keine passende Karte, müsst ihr eine vom Stapel ziehen. Die besonderen Karten:

  • 7 – Die nächste Person muss 2 Karten ziehen.
  • König – Gebt jemanden eine eurer Karten.
  • Bube – Ihr dürft euch eine Farbe wünschen.

Wer noch eine Karte hat, ruft »Mau!«. Wer alle Karten los ist, ruft „Mau-Mau!« und gewinnt.

Spielablauf:

  1. Zunächst werden die Schülerinnen und Schüler in 5 Kleingruppen aufgeteilt. Jede Gruppe erhält eine der Regel-Karten. Diese besprechen sie innerhalb der jeweiligen Gruppe kurz, bevor das Spiel beginnt.
  2. Erste Runde: Nun spielen die Gruppen untereinander »Mau Mau« unter der Beachtung der jeweiligen Regel-Variante.
  3. Zweite Runde: Nach ca. 5 Minuten wechseln 2 Kinder aus jeder Gruppe in eine andere Gruppe und sie spielen weiter.
  4. Dritte Runde: Nach weiteren 5 Minuten wechseln erneut jeweils 2 Kinder die Gruppen und spielen weiter, jedoch gibt es nun eine neue Regel für alle: Es darf nicht mehr miteinander gesprochen werden.
  5. Nachdem die dritte Runde des Spiels absolviert wurde, gehen die Schülerinnen und Schüler in eine Reflexionsrunde darüber, was zu Konflikten geführt hat: Wieso gab es Irritationen? Was passiert, wenn alle unterschiedliche Regeln kennen? War es ein faires Spiel?
  6. Leiten Sie nun zum Thema Künstliche Intelligenz über: Greifen Sie dabei direkt das auf, was in der Reflexion genannt wurde: »Ihr habt gerade erlebt, was passiert, wenn alle nach unterschiedlichen Regeln spielen – Verwirrung, Konflikte, kein faires Spiel. Bei einer Künstlichen Intelligenz ist das genauso: Sie kann nur nach den Regeln spielen, die ihr gegeben wurden. Das Problem ist nur – diese Regeln kennen wir oft nicht.«
  7. Am Ende des Spiels wird ein gemeinsames Fazit gezogen: Künstliche Intelligenz funktioniert nur nach den Regeln, die Menschen ihr gegeben haben. Wer diese Regeln nicht kennt, versteht auch nicht, warum eine KI so entscheidet, wie sie es tut. Deshalb ist es wichtig, dass KI-Systeme transparent sind: Nur wenn wir wissen, nach welchen Regeln eine KI arbeitet, können wir ihr vertrauen oder sie korrigieren.
      1.  

Meinungsbarometer

Steigen Sie nun in das Thema Künstliche Intelligenz mit den Schülerinnen und Schülern ein und lesen Sie nacheinander einige kurze Fallbeispiele vor. Die Schülerinnen und Schüler positionieren sich zu den Beispielen im Raum (oder heben farbige Karten): »Ja, darf KI!« / »Nein, darf KI nicht!« / »Kommt drauf an…«. Nach jeder Runde begründen 2 bis 3 Kinder ihre Position.

  • »Eine KI entscheidet, welche Werbung du siehst«
  • »Eine KI bewertet, ob du einen Kredit bekommst, um dir etwas teures kaufen zu können«
  • »Eine KI erkennt dein Gesicht auf der Straße und bewertet, ob du gefährlich aussiehst«
  • »Eine KI schreibt deine Hausaufgaben«
  • »Eine KI entscheidet, welches Lied dir als nächstes vorgeschlagen wird«
  • »Ein selbstfahrendes Auto muss in einer Gefahrensituation selbst entscheiden, ob es eventuell eine Person verletzen muss, um den Fahrer zu beschützen.«
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Vertiefung

Die im Folgenden thematisierten Situationen können entweder mit der Gruppenarbeit im Klassenraum durchgeführt werden oder mit Hilfe des interaktiven Quiz »Was wäre wenn…«.

Gruppenarbeit:

Teilen Sie die Klasse nun in Kleingruppen auf. Jede Gruppe erhält eine bis zwei Fallkarten mit etwas komplexeren Situationen als zuvor beim Meinungsbarometer. Die Gruppen diskutieren anhand von drei Leitfragen, die gut sichtbar an der Tafel stehen und notieren sich die Ergebnisse:

  • Was ist das Problem?
  • Wer könnte dabei benachteiligt werden?
  • Wer trägt die Verantwortung?

 

Anschließend stellt jede Gruppe ihre wichtigste Erkenntnis kurz im Plenum vor.

Für eines der Fallbeispiele, das besonders viel Diskussionspotenzial bietet, kommen je zwei Kinder nach vorne: Eine Person vertritt die Position »Das ist in Ordnung«, die andere »Das ist nicht in Ordnung«. Beide haben kurz Zeit, ihren Standpunkt vor der Klasse zu begründen.. Im Anschluss stimmt die Klasse ab: Hand heben für fair, Daumen runter für unfair, Arme verschränken für »Kommt drauf an«. Die Abstimmung muss nicht einheitlich ausfallen – auch das ist eine Erkenntnis: Bei ethischen Fragen gibt es selten nur eine richtige Antwort.

Interaktives Quiz: Bist du KI-kritisch oder ein KI-Fan?

Abschluss

Optional können Sie den Schülerinnen und Schülern über einen Beamer oder Smartboard die Regeln für KI in Europa (siehe unten) zeigen und diese gemeinsame im Plenum besprechen. Diese können z.B. auch als Plakat gestaltet und im Klassenzimmer aufgehängt werden.

Abschließend können Sie den Schülerinnen und Schülern das Kurzvideo der Tagesschau zum Thema Robotik in der Abiturprüfung zeigen, das einen realen Einsatz von KI-gestützter Robotik in der Schule zeigt. 

Schon gewusst? Es gibt Regeln für KI in Europa.

Der AI-Act – Was ist das?

Stell dir vor, jemand erfindet ein neues, sehr mächtiges Werkzeug. Dann braucht es auch Regeln, damit niemand damit verletzt wird – genau wie es Regeln im Straßenverkehr gibt, damit alle sicher ankommen. Seit 2024 gibt es so ein Regelwerk für Künstliche Intelligenz in Europa: den AI Act. Die Idee dahinter ist ganz einfach: Je mehr eine KI das Leben von Menschen beeinflusst, desto strenger sind die Regeln für sie.

Folgende beispielhafte Regeln können beachtet werden, um eine KI sinnvoll zu nutzen:

  1. Sag einer Künstlichen Intelligenz (KI) nicht, wie du heißt, wo du wohnst und wo du zur Schule gehst. 
  2. Glaub einer KI nicht alles. Frag lieber noch einen Erwachsenen oder versuche, es selbst zu prüfen. 
  3. Denke zuerst selbst über eine Aufgabe oder Frage nach, bevor du eine KI fragst. 
  4. Nutze KI nicht, um zu schummeln. 
  5. KI ist kein echter Freund, auch wenn sie menschlich wirkt. 
  6. Eine KI braucht viel Strom und Wasser. Nutze sie nur, wenn du sie wirklich brauchst.

Mehr Informationen unter: bundesregierung.de 

Reflexion

Für diese Methode bietet sich eine anschließende Reflexion an. Zu den Reflexionsmethoden ...